Kurzbeschreibung des Schadensbildes (max. 6 Sätze)
Im Schlafzimmer (Außenwand Nord) zeigen sich Verfärbungen und Putzabplatzungen im Bereich unter dem Heizkörper sowie entlang der Heizkörpernische. Unterhalb der Fensterbank ist lokal Schimmelbewuchs an der Innenseite der Außenwand sichtbar (bis ca. 0,5 m Breite). Zusätzlich wird eine leichte Geruchsauffälligkeit (muffig) im Bereich der Außenwand angegeben. Die Möblierung steht teilweise näher als 10 cm vor der Heizkörpernische, wodurch die Luftumspülung eingeschränkt sein kann. Außen sind ältere Putzrisse im Brüstungsbereich der Fassade beschrieben.

Bauphysikalische Einordnung (Wärmebrücke, Oberflächentemperaturen, Feuchteniveau)
Die Messwerte zeigen im Vergleich zur Innenwand-Referenz (MP3: 19,5 °C bei 20,5 °C Raumluft) deutlich reduzierte Oberflächentemperaturen an der Außenwand unter der Fensterbank (MP1: 14,8 °C) und an der Fensterlaibung (MP4: 13,9 °C). Dieses Muster ist typisch für eine ausgeprägte lokale Abkühlung durch geometrische/konstruktive Wärmebrücken (Fensterlaibung, Heizkörpernische, Anschluss Fensterbank/Brüstung) und/oder reduzierte konvektive Erwärmung infolge Überstellung. Aus Raumluft 20,5 °C und 55–56 % rF ergibt sich ein Taupunkt von ca. 11,1–11,4 °C; die gemessenen Oberflächen liegen darüber, sodass zum Messzeitpunkt keine zwingende Tauwasserbildung nachweisbar ist. Allerdings ergibt sich aus denselben Randbedingungen eine erhöhte rechnerische Oberflächen-Feuchtebelastung (abgeleitete oberflächennahe rF ca. 79 % an MP1/MP2 und ca. 83 % an MP4), was bei längerem Anstehen (v. a. in der Heizperiode und nachts) ein schimmelrelevantes Milieu plausibel macht. Putzabplatzungen deuten zusätzlich auf eine wiederkehrende oder länger anstehende Durchfeuchtung im Nischen-/Brüstungsbereich hin, die nicht allein über Momentanmesswerte abgesichert werden kann.

Wahrscheinlichste Ursache(n) des Wasserschadens
a) Nutzungsbedingte Faktoren

Eingeschränkte Luftumspülung/Erwärmung durch Möblierung nahe der Heizkörpernische (Bettkopfteil < 10 cm): lokal niedrigere Oberflächentemperaturen, damit erhöhtes Risiko erhöhter Oberflächenfeuchte und Kondensationsnähe.

Feuchteproduktion im Schlafraum (typisch nachts) bei nur 1–2×/Tag Stoßlüften kann – abhängig von Belegung/Feuchtequellen – zu erhöhten Feuchtespitzen führen; diese wirken sich an den kältesten Stellen (Laibung/Nische/unter Fensterbank) überproportional aus.

b) Konstruktive / bauwerksbedingte Faktoren

Konstruktive Wärmebrücken im Bereich Fensterlaibung, Brüstungszone und Heizkörpernische (geometrische Schwächung/geringere innenseitige Oberflächentemperaturen), plausibel gestützt durch die Messdifferenzen (MP1/MP4 deutlich kälter als MP3).

Mögliche Schlagregen-/Feuchteeinträge über die beschriebenen älteren Putzrisse im Brüstungsbereich bzw. über Anschlussdetails (Fensterbank/Laibung): Als Mitursache plausibel, da das Schadensbild (Putzabplatzungen, Geruch) auch zu wiederkehrender Durchfeuchtung passt; der Eintrag ist mit den vorliegenden Daten jedoch nicht verifiziert.

Leitungs-/Heizkörperleckage: Aufgrund fehlender sichtbarer Spuren an Durchführungen eher untergeordnet, aber technisch nicht auszuschließen (Vorlauf im Estrich, Nischenbereich als „Sammelzone“ möglicher Feuchte).

Bewertung des Risikos für Schimmelwachstum (niedrig / mittel / hoch) mit kurzer Begründung
Hoch (lokal, im Bereich Laibung/unter Fensterbank/Nische). Begründung: Es liegt bereits sichtbarer Schimmelbewuchs vor, und die gemessenen bzw. aus den Messwerten abgeleiteten Randbedingungen zeigen deutlich abgekühlte Oberflächen mit rechnerisch erhöhter oberflächennaher relativer Feuchte (insbesondere MP4). In Kombination mit eingeschränkter Luftumspülung (Überstellung) und möglicher wiederkehrender Durchfeuchtung (Putzabplatzungen/Geruch) ist ein dauerhaft schimmelbegünstigendes Mikroklima überwiegend wahrscheinlich.

Sinnvolle ergänzende Prüfungen

Leckageausschluss Heizungsinstallation: Druckprüfung/Feuchtemessung im Estrich-/Leitungsbereich, Kontrolle Heizkörperanschlüsse/Valve, ggf. Thermografie im Heizbetrieb zur Auffälligkeitssuche.

Feuchteverteilung/Materialfeuchte: Rastermessung der Wand-/Putzfeuchte (orientierend) und gezielte Tiefen-/Bohrlochmessungen im Brüstungs- und Nischenbereich zur Abgrenzung oberflächennaher Feuchte vs. tiefer Durchfeuchtung.

Bauteil-/Detailprüfung außen: Sicht- und Detailinspektion der Putzrisse im Brüstungsbereich, Fensterbankanschlüsse, Laibungsanschlüsse; ggf. kontrollierter Beregnungstest zur Plausibilisierung von Schlagregeneintrag.

Thermografie/Temperaturfeldevaluierung: IR-Aufnahme bei geeigneter Witterung zur Identifikation und Gewichtung von Wärmebrücken (Nische/Laibung/Brüstung) und zur Ableitung von Maßnahmenprioritäten.

Monitoring: Langzeit-Logger (Raumluft T/rF, optional CO₂ als Lüftungsindikator) plus punktuelle Oberflächentemperatur-/rF-Sensorik an kritischen Stellen (Laibung/Nische) zur Abbildung nächtlicher Feuchtespitzen und Heiz-/Lüftungswirkung.

Dieser Textbaustein ist ein technischer Vorschlag des Assistenzsystems. Die fachliche Prüfung, Plausibilisierung und abschließende Verantwortung liegen ausschließlich beim ausführenden Sachverständigen.